28. April 2016

Francois Rabelais

RabelaisEr ist der größte Autor Frankreichs, welcher seinen literarischen Erfolg in fünf Büchern gemacht hat. Rabelais spielt mit dem Wissen und lächelt über die Ignoranz, der dem La Fontaine, Molière und Céline, diese Helden der französischen Schrift, Lorbeerkränze geflochten haben und welcher letztlich von Cocteau definiert wurde als die große Orgel einer Kathedrale, gefüllt mit Fratzen des Teufels und Lächeln der Engel.

Die Bruderschaft trägt seinen Namen mit Stolz, Entschlossenheit und Orthodoxie.

Gewiss, dieser große Mann ist einer der Ihrigen zumindest durch die Geburt, er ist Sohn der Stadt Chinon. Jeder Bildungspolitiker würde den Bildungsgang, den Rabelais seinem älteren Haupthelden Gargantua angedeihen lässt, sicher mit Abscheu und Empörung verdammen: Er wird mit Wein gesäugt, solange mit Latein traktiert, bis er nach Ansicht seines Vaters blöde genug ist, um an der Sorbonne zu studieren, wo er zwar täglich nur eine halbe Stunde in ein Buch starrt, sich aber immerhin 217 Unterhaltungsspiele ausdenkt. Das man aber trotz dieser sinnenbetonten Ausbildung groß und stark wird, ein ebenso rosigen Sohn zeugen, diesen eine humanistische Erziehung angedeihen und ihn fantastische Abenteuer bestehen lassen kann, lässt sich in Rabelais’s Meisterwerke nachlesen. So viel zur Treffsicherheit moderner Pädagogik. Aber nicht nur für Probleme der Erziehungswissenschaft, auch für die letzten Freuden der menschlichen Existenz hält Rabelais eine Antwort bereit: Das Motto der Abtei Thélème die Gargantua und Pantagrel auf der Suche nach dem Orakel der „ Dive bouteille“ – der göttlichen Flasche – besuchen, heißt: „Fais ce que voudras – Tue was du willst“. Die Philologen deuten dies – sicher zu Recht – als Rabelais’s Bekenntnis zum Individuum und den idealen der Renaissance.

Rabelais meinte auch:
„Die beste Speis, wenn’s gar zu heiß dem Zecher wird, ist, die im Kreis, der becherweis geboten wird!“

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