Bericht: 40 Jahre Bailliage de la Sarre

Zur Feier ihres 40jährigen Bestehens hatte die „Bailliage de la Sarre“ in der Weinbruderschaft der „Bons Entonneurs Rabelaisiens de Chinon“ zu festlichen Tagen mit dem Jubiläums-Chapitre vom 15. bis 18. Juni 2017 in die Landeshauptstadt geladen.

Aus diesem Anlass hatte Bailli Silvain Weber die Würdenträger der französischen Mutterbruderschaft als auch der bundesdeutschen Bailliagen, alle Chevaliers, Ihre Begleitung und Freunde eingeladen diese Ereignis zu zelebrieren.

Grand-Maître Jean-Max Manceau und Grand-Maître Honoraire Pierre Couly sowie weitere Dignitaires aus Chinon waren angereist.

Das gemeinsame Abendessen am Anreisetag, der Donnerstag in unserem Stammhotel La Résidence, bei Confrére Alain Pecheur, war von glücklicher Wiedersehensfreude beherrscht.

Gleich am frühen Freitag fuhren wir ins wunderschöne nördliche Saarland nach Orscholz zur Besichtigung der Cloef mit leichtem Fußweg und Aufstieg zum Baumwipfelpfad.  Belohnt wurde die Mühe mit einem feinen Glas Sekt.

Im Kulturzentrum am Fuße des Pfades erlebten wir dann eine Weinpräsentation der Weingüter im moselländischen Dreiländereck, fachmännisch präsentiert von Matthias Hießerich und Gerd  Wagner.

Unsere Gäste aus Chinon, sachkundige Winzer hauptsächlich guter roter Tropfen,  waren sehr beeindruckt von den verschiedenen weißen Gewächsen. Ihre Kommentare waren höchst interessant.

Der als Grillparty gestaltete Willkommensabend im Garten des Restaurants  „Casino am Staden“ in Saarbrücken bei Consoeurs Gertrud Thiel, bildete genau den richtigen Rahmen bei schönstem Wetter, genussreichen Gaumenfreuden aus Küche und Keller, umhegt von einem fleißigen Service, um uns „lustwandelnd“ auszutauschen und wiederzusehen.

Der Samstagmorgen war der Besichtigung der Saarbrücker Altstadt mit Führung und einem Besuch des historischen Restaurant „Zum Stiefel“ mit saarländischen Spezialitäten gewidmet.

Nicht viel Zeit blieb zum Bummeln, Schaufensterlecken oder zur Augenpflege, denn bereits um 16 Uhr war es Zeit zum Saarbrücker Schloss aufzubrechen. Es erwartete uns ein festliches Jubiläums Kapitel mit Aufnahme neuer Chevaliers im Schlosskeller.

Zunächst wurde der Würdenträger Michael Dreesmann von der Bailliage Berlin-Brandenburg zum  Grand Chambellan des Deutschen Kapitelrates befördert.

Im kirchlichen Lutherjahr stand es der Bruderschaft gut zu Gesicht auch in den eigenen Reihen eine kleine aber sehr wichtige und überfällige Reformation durchzusetzen. Als erste Würdenträgerin in der Geschichte der gesamten Bruderschaft, wurde Consoeur Gabriele Nilsson zur Sénéchale der Bailliage de la Sarre ernannt. Gratulation!

Es folgte nach eingehender inneren Einkehr, Treueeid und erfolgreicher praktischen Prüfung die Aufnahme folgender neuen Ritter.

Hans-Joachim Meyer,  Bankkaufmann, Riegelsberg
Peter Raubuch, Versicherungskaufmann,  Saarbrücken
Daniel Schuler , Dipl. Betriebswirt , Zweibrücken
Dr. Peter Holmann  , Chiropraktiker, Kleinblittersdorf
Siegfried  Weder, Journalist und Verleger, Mandelbachtal

Nach Schließung des Kapitels erfolgte im barocken Schlossgarten ein Touraine rosé, méthode traditionelle von Nicolas Paget als Ehrenwein. Dazu zarte Amuses-Bouche.

In seiner Festrede gespickt mit Anekdoten und Geschichtlichem , begrüßte Bailli Silvain Weber den französischen Grand-Maître Jean-Max Manceau, der dem Jubilar auch mit einem Grußwort, ganz im Sinne von Francois Rabelais würdigte und Grand-Maître Honoraire Pierre Couly sowie weitere Dignitaires aus Chinon. Gerhard Franzen, Grand-Maître Deutschland, führte die zahlreich angereisten Consœurs und Confrères aus Berlin-Brandenburg und Hochheim an.

Gemeinsam mit Hans-Jürgen Lohöfer, dessen Vater Günter, Friedwolf Liebold, heute immer noch aktiver und humorvoller Geschichtsschreiber und Maximilian Bosse war Franzen bereits 1977 beim „Chapitre de la Fleur“ in Chinon als Chevalier inthronisiert worden. Dies war die Geburtsstunde der Bailliage de la Sarre und in Folge des Deutschen Kapitels. Zu den Gründern muss auch Pit Wepelmann als langjähriger Maître de la Monnaie würdigend genannt werden. Lohöfer, als Initiator des deutschen Ablegers, wurde 2002 dessen Grand Maître, Amt welches er 2016 an Franzen weitergab.

Sternekoch Alexander Kunz ist seiner Aufgabe die guten Chinon Tropfen mit kulinarischen Genüssen zu begleiten, wie gewohnt, gekonnt und vollendet nachgekommen.

Ein 2015er Chinon blanc, Barriques, Domaine de Noiré von Jean-Max und Odile Manceau wurde begleitet von Vorspeisenvariationen mit gebratener Tranche vom Gelbflossen Thunfisch, Ceviche vom Ikarimi Lachs,  Terrine von der Gänseleber und Cremesuppe vom Lisdorfer Stangenspargel. Dem folgte eine Dorade royal in Küchenkräuter gebraten.

Ein Chinon 2014 in Nebukadnezar (15 Liter) sowie ein 2012er Chinon „Haute Olive“ von Pierre & Bertrand Couly harmonierten perfekt mit einem frischen Rinderrücken im Mangoldblatt pochiert, getrüffeltem Kartoffelpüree, glacierten Perlzwiebeln und Portwein-Schalotten-Jus.

Zum Abschluss wurde uns ein Gâteau von weißer Callebaut Plantagen Schokolade mit geriebener Tonkabohne, Himbeer-Chiboust-Creme und Himbeersorbet kredenzt.

Umrahmt wurde dieser festlich und gelungene Abend durch französische und deutsche Chansons von Anne Schoenen und ihrer Band.

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