50 Jahre Partnerschaft Chinon & Hofheim

Eine tief gewachsene Freundschaft

Das 50-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Chinon und Hofheim in 2017 war der Anlass für die Bailliage ein festliches Kapitel zu begehen.
Vom Vital Hotel Rhein-Main-Therme, die Herberge der angereisten Gäste, startete das Rahmenprogramm.
Am Donnerstag, 28, September fuhren ca. 60 Weinschwestern und –brüder zur abendlichen Führung „intra muros“ nach der offiziellen Öffnungszeit, ausschließlich für unsere Gruppe zum Römerkastell auf der Höhe des Saalburgpasses im Taunus. Dieses Kastell wurde vor über 100 Jahren wieder aufgebaut. Mit seiner zinnenbewehrten Mauer bewachte es die einstige Grenze des Römischen Weltreichs, den Limes. Umgeben von Ruinen eines römischen Dorfes und rekonstruierten Heiligtümern unter alten Bäumen vermittelt die Saalburg eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Kaiser Wilhelm II hat sich besonders für den weltweit einmaligen Wiederaufbau dieses Römerkastells eingesetzt. Sein Großvater, Wilhelm I, ließ den nahegelegenen Landgasthof Saalburg schon vorher im Jahre 1875 als Ausflugsziel erbauen.
In der Gerbermühle haben wir uns nach dem Ausflug in die römische Geschichte reichlich an „Hessische Tapas“ erfreuen können.
Zum Absacker traf man sich in der drehende Panorama Bar des gastgebenden Hotels.

Am Freitag war das Ziel, die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden. Die kannten schon die Römer. Sie entdeckten die heilkräftigen heißen Quellen und nannten den Ort Aquae Mattiacorum.
Aber erst im 19. Jahrhundert wurde Wiesbaden der Kurort Europas, an dem sich die Reichen und Schönen der damaligen Zeit trafen.
Und auch Kaiser Wilhelm II weilte hier so oft zur Sommerfrische, dass die Stadt den Beinamen „Kaiserstadt“ erhielt. Zu dieser Zeit lebten in Wiesbaden die meisten Millionäre in Deutschland. Das erklärt die vielen prächtigen Villen aus der Gründerzeit.
Ruiniert hat sich allerdings mancher Spieler im Casino im Kurhaus, unter ihnen auch Dostojewski. Viele Russen zog es in diesen Jahrzehnten nach Wiesbaden.
Wir haben das „ruhende Casino„ besucht und uns alles erklären lassen. Gespielt haben wir nicht. Bei der Stadtrundfahrt besichtigten wir u.a. die russisch-orthodoxe Kapelle und den russischen Friedhof auf dem Neroberg.
Den schönen Blick auf Wiesbaden konnten wir bei einem schmackhaften Mittagessen auf der Terrasse des Restaurants „Wagner am Neroberg“ bewundert.

Nach ein wenig Augenpflege und Aufhübschen trafen ca. 120 Gäste in den Gemäuern der Sektkellerei Falkenberg in Flörsheim am Main. Der Weinkeller bildete eine ideale Kulisse für ein festliches Kapitel, Höhepunkt unserer Bruderschaft bei einem Treffen unsere Weinschwestern und Weinbrüder.
Großmeister Gerhard Franzen, begrüßte die Gäste, insbesondere die Kapitelräte und Gäste aus den Bailliagen de la Sarre und aus Berlin-Brandenburg. Bailli Hans-Peter Eid übermittelte die Grußworte unseres Großmeisters Jean-Max Manceau, der bedingt durch die laufende Weinlese in Chinon, leider nicht anwesend sein konnte.
Nachstehende Aspirantinnen und Aspiranten wurden uns vorgestellt damit der Kapitelrat entscheiden möge, ob sie einer Aufnahme in die Bruderschaft würdig sind.
Hanne Cuntze, Renate Leppin, Margot Rothweiler, Dr. Jürgen Asshauer, Tomislav Vranjic, Christian Koch, Christian Vogt und Andreas Hegeler.
Nach Verinnerlichung der wundervollen Lehre, die Francois Rabelais in Chinon und in seinem Lande verkündete; nach abgelegter redlicher und gültiger Prüfung, durch Sagen, Sehen und Schmecken, nach abgelegtem festlichen Gelübde, wurden sie zu Ritterinnen bzw. Rittern in die Bruderschaft aufgenommen.
Zum Abschluss des Kapitels haben wir gemeinsam die Hymne unserer Bruderschaft zweisprachig erklingen lassen.
Im Vorhof des Anwesens wurde ein Wickerer Nonnberg Riesling Sekt Brut als Ehrenwein kredenzt.
In der gewandelten Produktionshalle erreichte uns der Landrat des Rhein-Main-Kreises, unser Confrére Michael Cyriax, rechtzeitig, um ein geschmackvoll komponiertes Wein-Galadiner zu genießen. In seinen Begrüßungsworten lobte er natürlich die Vorteile seines Kreises, er hob allerdings auch die Verdienste und die Wertigkeit unserer Bailliage für seinen Kreis hervor.
Ein 2016er Flick Weißer Burgunder trocken harmonierte zur Hirschpastete an bunten Blattsalaten mit Nüssen und Kernen an Feigenessig Dressing.
Ebenfalls der 2015er Wickerer Nonnberg Riesling trocken zum Rheingauer Kürbisüppchen gefolgt durch ein Zitronensorbet an Minzsecco.
Ein 2015er Wickerer Charta Riesling konkurrierte mit einem 2015er Chinon, Domaine Dupuy zur Perlhuhnbrust mit Tomaten-Aprikosensoße, Sahnekartöffelchen und mediterranem Gemüse.
Ein 2015er Victoriaberg Riesling Spätlese begleitete das Dessertbüffet.
Durch den Abend begleitete uns Annick Moerman musikalisch und mit französischen Chansons, als Verneigung zu unserer französischen Mutterbruderschaft. Die gekonnten Tricks und schnellen Kniffe des Tischmagiers Felix Gauger versetzten uns andauernd ins Staunen. Nachvollzug unmöglich.

Einige Gäste haben ihren Aufenthalt verlängert und am Samstag eine Führung durch die Frankfurter Altstadt erlebt sowie ein Mittagstisch in der Gerbermühle eingenommen.
Unser Dank gilt allen, die am Gelingen dieses außergewöhnlichen Kapitels beigetragen haben. Es wird für alle Gäste eine bleibende Erinnerung sein.

Die Bildergalerie finden Sie hier!

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