Dritter Bundeskonvent in Dresden

Der dritte Bundeskonvent unserer Bruderschaft fand vom 5. bis 8. Mai 2016 in Dresden statt

Die Veranstaltung war bereits Monate vorher ausverkauft.

Donnerstag (20)Vorweg darf festgestellt werden, dass Petrus wohl eine großes Faible für unseren Orden haben muss: Das Wetter war die ganzen Tage über einmalig; die Sonne stand strahlend am Himmel; es hat sehr zum Gelingen der Festtage beigetragen.

156 Teilnehmer, davon 9 aus Chinon und Paris, waren pünktlich zum Willkommensempfang im Hotel Bergwirtschaft Wilder Mann angereist.
Großmeister Gerhard Franzen und Großkanzler Wolfgang Egler begrüßten die Gäste mit einem Élégant brut vom Chateau de L’Aulée bei einer reichlich gedeckten Kaffeetafel und Salzigem.

Nachdem sich alle von der doch weiten Anreise erholt hatten, stand die Besichtigung der Radeberger Brauerei als erster Besuchstermin an. Auch eine Weinbruderschaft verachtet den Gerstensaft nicht.

Donnerstag (53)

Nach der interessanten und lehrreichen Führung mit Verkostung verschiedener Sorten Biere kehrten wir in den brauereieigenen Kaiserhof ein. Dort im historischen Kaisersaal  wurden eine deftige Brotzeit und Bier zum Selbstzapfen sowie Radeberger Kräuterlikör angeboten. Eigentlich sollte man meinen, dass nach den Strapazen der doch weiten Anreisen die Teilnehmer in die Betten fallen würden, so war die Bar doch noch bis spät in die Nacht besucht. Eigentlich auch logisch, da die Wiedersehensfreuden überwältigend waren, ein immer wieder schönes Zeremoniell, es gab doch so viele Neuigkeiten seit dem letzten Treffen auszutauschen.

Freitag (9)Am Freitag stand Meißen auf dem Programm. Die Besichtigung der staatlichen Porzellanmanufaktur führte uns in die Geschichte, in die Tradition und in die Kunst der Porzellanherstellung ein. Überwältigend für alle waren wohl die vielen Schaustücke der Ausstellung auch nach Themen angeordnet, Stücke von unschätzbarem Wert – allerdings nichts für die Portokasse.
Den Gästen blieb anschließend genügend Zeit, die Innenstadt mit all seinen Sehenswürdigkeiten, Schloss, Kirchen, Dom und die Altstadt, zu erkunden, letztlich auch in geselliger Runde, hier und da sich niederzulassen und die hochwertige Gastronomie Meißens zu genießen. Immer wieder traf oder hörte man sich.

Freitag (205)Während der dreistündigen Tour mit der Sächsischen Dampfschifffahrt, die uns dann flussabwärts nach Dresden zurückbrachte, konnten wir die wunderschöne Landschaft der Elbufer, die Weinberge, die Elbschlössern und die Ortschaften bestaunen einschließlich Pferdebaden und Ballonfahrten.

Freitag (387)Die Zeit zum Frischmachen reichte gerade, denn der Sophienkeller im Taschenbergpalais erwartete uns zu einem Gauklerabend mit Zunftgelage. Der ganze Keller mit seinen vielen einzigartigen Details, Nischen, Empore, Karussell, offener Küche und Büffets waren eine Augenweide.

An vorwiegend sächsischen Gerichten wurde gereicht:

  • Aufschnitt verschiedener Schinkenspezialitäten
  • Riesiger, pochierter Lachs mit verschiedenen Räucherfischsorten
  • Schaustück vom Kaselerrücken
  • Deftige Käsesorten aus deutschen und fernen Landen
  • Knackiges Salatallerlei mit edlem Gemüse der Saison
  • sowie fruchtiger Geflügelsalat
  • Selbstgebackenes von der Marktplatzbäckerei, u.a. Brotlaibe aus originell gewürztem Sauerteig!
  • Soljanka
  • Knusprige Hühnerkeulchen, Stücken von Grillenten
  • Lachs auf Bandnudeln
  • Buntes Buttergemüse, Apfelrotkraut
  • Gebratene Klöße, Kartoffeln und Spätzle
  • Von allem nachhaltig gelobt war der gegrillte Truthahn, vom Marktplatzkoch geschnitten
  • Für Leckermäuler gab es abschließend in Zucker gewälzte Quarkkäulchen mit Apfelmus
  • Spezialitäten aus unserer hauseigenen Hofbäckerei und eine Auswahl köstlicher Früchte und Eisvariationen.

Als Weißwein wurde ein Wolfenweiler Batzenberg Gutedel gereicht. Ein Novum im Sopienkeller: Wir haben diesen Wein leergetrunken.
Auch sei erwähnt, dass abstimmungsbedingt, der Rückbustransfer ins Hotel nicht der sonstigen organisatorischen Perfektion entsprach. Kaum zu glauben welches dankbare Geschäft die schnell herbeigerufenen Taxen Dresdens an diesem Abend gemacht haben.

Samstag 1 (49)Das Grüne Gewölbe, die historische Museumssammlung der ehemaligen Schatzkammer der Wettiner Fürsten von der Renaissance bis zum Klassizismus war unser Ziel am Samstagmorgen.
Freizeit zum Erkunden der Innenstadt der Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen mit  der Frauenkirche, dem Zwinger, der Semperoper, dem Ständehaus mit der Hofkirche. Es blieb sogar genügend Zeit für unsere Damen zum Einkaufsbummel und Geldausgeben.

Bild2Am frühen Nachmittag stiegen alle Schwestern und Brüder im schmucken Gewande in die bereitstehende Busse, um dem Höhepunkt unseres Konventes anzusteuern: Schloss Wackerbarth in Radebeul.
Der große Kapitelrat empfing die Gäste. In vier Gruppen wurde die sachkundige Besichtigung durch die Gastgeber der staatlichen Sektkellerei durchgeführt und endete im historischen Weinkeller. Genug der Theorie, ein Homage 1836 weiß extra trocken des Hauses als Ehrenwein, erlabte die inzwischen trockenen Kehlen.
Die Kulisse des Weinkellers passte einzigartig zu unserem Anlass, nämlich das festliche Kapitel.

An die 30 Würdenträger in ihren Rabelais Talaren, ein außergewöhnliches Bild, bestehend aus den Gastdelegationen aus Frankreich, der Kapitelräte der Bailliagen Berlin-Brandenburg, Hofheim und de la Sarre gefolgt vom Großen Deutschen Kapitelrat, zogen ein.

Samstag 1 (209)Großmeister Gerhard Franzen eröffnete das Kapitel genannt „3ème Grand Chapitre des Bailliages d’Allemagne“. Er übermittelte die Grüße des scheidenden französischen Großmeisters Piere Couly und des frisch gewählten neuen Großmeister Jean Max-Manceau. Alsdann wurde Gerhard Rembser als scheidender Baillis der Bailliage Hofheim geehrt, mit einer Magnum feinstem roten Chinon  verabschiedet und zum Bailli Emeritus ernannt. Auf Vorschlag der Bailliage Hofheim wurde Hans-Peter Eid als neuer Bailli ernannt und geschlagen. Werner Steinwedel wurde als Connétable der Bailliage Hofheim bestätigt.

Der Kapitelrat verkündete, nach einer würdigen Sitzung und außerordentlichen Beratung, die Namen der neuen Aspirantinnen und Aspiranten. Dies waren:

  • Nicole Steinwedel, Hofheim
  • Sylvia Stolze, Dallgow-Döberitz
  • Annette Patterson
  • Karl Heinrich de Roi, Wilhelmshorst
  • Pierre-Michel Charrois, Fronhofen
  • Volker Müller, Saarbrücken
  • Severin Schäfer, Nalbach
  • Albert Dezes, Meerbusch
  • Holger Christoph Grothe, Saarbrücken

Nachdem sie die wundervolle Lehre, die Francois Rabelais in Chinon und in seinem Lande verkündete, gehört und verinnerlicht hatten, verpflichteten sie sich seinen Grundsätzen zu folgen.
Nach bestandener praktischen Prüfung wurden sie zu Chevalier der „Bons Entonneurs Rabelaisiens“ von und zu Chinon ernannt.
der Großmeister schloss das Kapitel nachdem die Chinon Hymne in Deutsch und Französisch gesungen ward.

Samstag (345)Beim Empfang auf dem Belvedere mit einem Homage 1836 rosé extra trocken bot die Umgebung und die Sicht auf das talwärts liegende Schloss einen einladenden und ruhigen Anblick.
Auf dem Schlossbalkon intonierten die Saxophonistin Inez Weber und der Bassist Joachim Dette die Chinon Hymne, Zeichen für die Gäste hinab zu schreiten und das Schloss aufzusuchen; ein gänsehauterzeugender Moment, den alle genossen haben.
Das gesamte Schloss gehörte der Bruderschaft an diesem Abend. In sechs historisch, wunderschön renovierten Räumen auf zwei Etagen verteilten sich die Gäste an liebevoll dekorierten und perfekt gedeckten Tischen.
Zu einem  2015er Bacchus Qualitätswein trocken, Schloss Wackerbarh passte hervorragend das Lachsfilet in Bärlauch gebeizt mit Mikado von Spargel.
Der 2014er Chinon « La Haute Olive» a.c., Pierre & Bertrand Couly begleitete harmonisch die
Tranchen von geschmorter Lammkeule an Kräuter-Kartoffelgratin und gelbem Zucchinigemüse.
Die Edition Paradies, (aus 2014er Riesling und Traminer), Schloss Wackerbarth, umrahmte die
Quarkkeulchen, Crème brulée mit Traminer Sorbet.

Der Service brillierte durch Hilfe zur schnellen Tischfindung, durch prompten und steten Weinservice, Speisenfolge ohne Hektik serviert, Service kaum merkbar aber immer anwesend. Das Menü von hoher Qualität, ausreichend in der Menge und in richtiger Temperatur und im richtigen Zeitrhythmus  serviert. Danke an die weiße und schwarze Brigade für diese grandiose Leistung. Ein besonderes Lob an Herr Hausmann für seine umsichtige Führung durch den Abend.

Unsere Musiker wanderten von Raum zu Raum, von Etage zu Etage. Sie erzeugten eine Stimmung die seines gleichen sucht. Manche Gäste waren außer Rand und Band. Sie spielten eine Stunde länger, denn keiner wollte sie weiterziehen lassen.

Letztlich galt es das Fest zu beenden und das Hotel aufzusuchen. Die Bar verlängerte den Abend bis zum frühen Morgen.

Das Konvent war gelungen, alle zufrieden. Was will man mehr?
Eine Stimme meinte: „Wie wollt Ihr das in 3 Jahren überbieten?“
Wir werden sehen …

Eine umfangreiche Bildergalerie finden Sie hier!

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